Ab August 2014 wird nach den Plänen des Senats die fünfstündige Kita-Betreuung für alle Hamburger Kinder kostenlos. Unverständlich ist, dass die sozialdemokratische Regierung auch wohlhabende Hamburgerinnen und Hamburger entlasten will und somit auf wichtige Einnahmen verzichtet, die im Hamburger Haushalt dringend benötigt werden. Noch unverständlicher ist jedoch, dass sich die Hamburger SPD gegen die geplanten Steuersenkungen der Bundesregierung ausspricht, die Gering- und Normalverdiener ab 2014 in geringem Umfang steuerlich entlasten sollen.
Eine Anfrage des familienpolitischen Sprechers der CDU-Bürgerschaftsfraktion hat ergeben, dass z.B. gutverdienende Hamburger mit einem Monatsnettoeinkommen von 15.000 Euro und mehr durch die Kita-Beitragsfeststellung um rd. 2.300 Euro im Jahr entlastet werden, während die von der Bundesregierung vorgesehen Steuererleichterungen eine normalverdienende Familie gerade einmal um 260 Euro jährlich entlasten würden. Beide Vorhaben haben Einnahmeverluste in gleichem Umfang für Hamburg zur Folge (67 bzw. 65 Mio. Euro).
Hierzu Christoph de Vries, familienpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion:
„Es ist mehr als bemerkenswert, wenn eine sozialdemokratische Regierung ohne Not wohlhabende Menschen in Hamburg um rd. 2.300 Euro jährlich bei den Kita-Beiträgen entlastet, zugleich aber
steuerrechtliche Änderungen auf Bundesebene ablehnen will, die dafür sorgen, dass normalverdienende Beschäftigte im Monat ein paar Euro mehr in der Tasche haben. Mit dem vorgelegten Gesetzentwurf
der Bundesregierung wird dafür gesorgt, dass Einkommenssteigerungen, die im Grunde nur Preissteigerungen ausgleichen, nicht durch die kalte Progression gleich wieder steuerlich abgeschöpft
werden.
Die Abschaffung von Kita-Beiträgen in Hamburg für Millionäre bei gleichzeitiger Ablehnung von Steuerentlastungen für Gering- und Normalverdiener ist gesellschaftspolitisch inakzeptabel und
finanzpolitisch nicht nachvollziehbar. Dies ist das Gegenteil von sozial gerechter Politik. Man muss sich fragen, was hieran noch sozialdemokratisch ist. Wir fordern Bürgermeister Scholz auf, den
Plänen der Bunderegierung zuzustimmen, damit Arbeitnehmer ihre verdienten Lohnzuwächse nicht gleich wieder beim Finanzamt abliefern müssen. Zugleich sollte er überlegen, auf die Abschaffung der
Kita-Beiträge insbesondere bei sehr wohlhabenden Hamburgern zu verzichten, die dieses weder nötig noch jemals eingefordert haben.“