TRENNBANKENSYSTEM SICHERT DAS KLASSISCHE KREDITGESCHÄFT

Dr. Josef Schlarmann, Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT), erklärt zur Debatte um das Trennbankensystem:

„Der Vorschlag von Sigmar Gabriel, das Trennbankensystem einzuführen, ist vom Bundesverband deutscher Banken zurückgewiesen worden. Angeblich ist die Aufspaltung von Universalbanken wie die Deutsche Bank nicht umzusetzen, weil in Kontinentaleuropa die Unternehmensfinanzierung anders als in den angelsächsischen Ländern überwiegend über die Banken und nicht über den Kapitalmarkt erfolgt. Diese Ansicht ist interessenorientiert und falsch.

 

Das vorherrschende Geschäftsmodell der Banken in Kontinentaleuropa beruht auf dem klassischen Einlagen- und Kreditgeschäft und nicht auf dem Investmentbanking. Nur die Universalbanken praktizieren den Risikoausgleich zwischen dem sicheren Kundengeschäft und dem riskanten Investmentbanking. Geraten solche Banken wegen Fehlspekulationen im Investmentbereich in eine Schieflage, ist auch das Kundengeschäft, vor allem gegenüber Unternehmen mit negativen Folgen für die Realwirtschaft betroffen. Dies ist der eigentliche Grund, warum Regierungen solche Banken auffangen müssen. Im Trennbankensystem bestünde eine solche Notwendigkeit für Investmentbanken prinzipiell nicht, weil sie im Hinblick auf die Realwirtschaft nicht systemrelevant sind. Dies dürfte der eigentliche Grund sein, warum der Bankenverband das Trennbankensystem ablehnt.“

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