Falsche Prioritätensetzung: Senat kürzt bei der Suchtforschung.

In der gestrigen Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft wurde der Antrag der CDU-Fraktion "Hamburgs Spitzenstellung in der Suchtpräventionsforschung nicht aufs Spiel setzen – Grundfinanzierung für Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) sicherstellen" debattiert.

Mit ihrem Antrag wollte die CDU erreichen, dass das DZSKJ in seiner bisherigen Form erhalten bleibt und die Grundfinanzierung im bisherigen Umfang sichergestellt wird.

 

Hintergrund:

Nach inzwischen fünf Jahren erfolgreicher und international anerkannter Arbeit, steht das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters – kurz DZSKJ – vor dem Aus. Der Grund: In den kommenden fünf Jahren plant der SPD-Senat eine Kürzung der zugesagten Grundfinanzierung von 288.000 € auf 100.000 € und somit auf nur noch rd. 1/3 der ursprünglichen Summe. Konkret bedeutet dies, dass sich das Institut von drei seiner vier Mitarbeiter trennen müsste und dadurch die so wichtige Forschungsarbeit auf bisherigem Niveau nicht mehr gewährleistet ist.

 

Mit den Stimmen von SPD und LINKE wurde der Antrag jedoch abgelehnt.

 

Hjalmar Stemmann, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, findet klare Worte: “Gerade bei Heranwachsenden kommt der Suchtprävention eine besondere Bedeutung zu. Die Forschungsergebnisse des  DZSKJ liefern dafür wichtige Anhaltspunkte. Somit handelt der SPD-Senat schlichtweg fahrlässig.

 

Für die SPD ist die Arbeit des DZSKJ Luxus, wie deren gesundheitspoltischer Sprecher Schäfer gestern erklärte. Das macht deutlich, dass die Stadt Hamburg den Kinder- und Jugendschutz auch im Hinblick auf das so wichtige Thema Suchtprävention nicht mehr Ernst nimmt. Wir werden uns jetzt für alternative Finanzierungen einsetzen”

 

Thilo Kleibauer, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion ergänzt: "Ohne Angabe von Gründen will die SPD die Arbeit des Forschungsinstituts kaputtmachen. Während mehrere Senatoren sehr lobende Worte über die Arbeit des Suchtzentrums finden, wird gleichzeitig die Finanzierung massiv gekürzt. Dies zeigt leider deutlich, dass der Senat wenig Interesse daran hat, bundesweit anerkannte Forschungsprojekte am Standort Hamburg zu sichern."

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