Ortstermin zum Internationalen Tag der Gehörlosen: Praxis-Beispiel für gelungene Inklusion

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Gehörlosen am 30. September 2012 besuchte der Gesundheits- und Mittelstandsexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hjalmar Stemmann MdHB, das DENTOLOGICUM in Hamburg-Bahrenfeld. Dort praktiziert mit Frau Dr. Schuler Alarcón Norddeutschlands einzige Zahnärztin für Gehörlose. Die Besonderheit: Die Kommunikation mit den Patienten findet in Gebärdensprache statt. Zudem entwickelt die gebürtige Venezuelanerin – gemeinsam mit ihrem Team und neben dem Praxisalltag – spezielle Gebärden für Vokabeln aus dem Bereich der Zahnmedizin, die per Video und später in Buchform dokumentiert werden.

Hjalmar Stemmann zeigte sich beeindruckt: “Auch wenn ein Zahnarztbesuch für Hörende manchmal nicht  angenehm erscheint, so bedeutet er doch für gehörlose Pattienten eine ungleich größere Herausforderung: angefangen bei der Terminvereinbarung, über den Anmeldevorgang in der Praxis bis hin zum Behandlungsgespräch und dessen Ablauf. Die Normalität, die die Patienten im DENTOLOGICUM erfahren, ist bemerkenswert und beispielhaft zugleich.“

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion setzt sich für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen ein. "Wir werden beim Senat abfragen, wie er im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention die Situation der Betroffenen verbessern will", so Gesundheitsexperte Stemmann. "Die Kompetenz, die wir in Hamburg u.a. mit der Stiftung Alsterdorf aber auch persönlichen Initiativen wie am DENTOLOGICUM haben, müssen vernetzt und ausgebaut werden."

Als Mittelstandsvertreter freute sich Hjalmar Stemmann natürlich besonders über die Gelegenheit zum Austausch mit den beiden hörbehinderten Auszubildenden. Dass Kinga (gehörlos) und Vanessa (schwer hörgeschädigt) ihre 3-jährige Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten im DENTOLOGICUM überhaupt machen können, verdanken sie der Hartnäckigkeit des Zahnmedizinischen Versorgungszentrums, bei der Überwindung diverser bürokratischer Hürden. So müssen sich die jungen Damen, die mit Feuereifer und großer Begeisterung bei der Sache sind, z.B. die wenigen Stunden, in denen ihnen in der Berufsschule ein Gebärdendolmetscher zur Verfügung steht, teilen.

“Dieses wirklich herausragende Beispiel für gelungene Inklusion macht deutlich, dass es noch viel zu tun gibt.”, so Hjalmar Stemmann ernst. “Ziel von Politik und Verwaltung muss es sein, formale Hürden für ausbildungswillige Unternehmen abzubauen. Eine fast 2-jährige Odyssee durch die örtliche Bürokratie erfordert von den Ausbildungsbetrieben einen langen Atem. Umso erfreulicher, dass wir in Hamburg auf das Engagement der mittelständischen Unternehmen zählen können.”, so Stemmann abschließend.

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