Kreuzfahrtterminal ohne Konzept: Senat blockiert ganzheitliche Entwicklung von Steinwerder

Photo: www.mediaserver.hamburg.de / C. Spahrbier
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Mit den am 07. Januar 2014 vorgelegten Plänen für ein drittes Kreuzschifffahrtsterminal im mittleren Freihafen konterkariert der Senat aus Sicht der CDU den erst im Oktober 2012 vorgestellten Hafenentwicklungsplan, der an dieser Stelle eine Mischung aus Umschlag, umschlagsbezogener Industrie und Logistik vorsieht. „Damit blockiert der Senat die ganzheitliche Entwicklung von Steinwerder. Oder will der Senat den Kreuzfahrtgästen 10 Jahre eine Dauerbaustelle präsentieren und sie auf einer Industriebrache aussteigen lassen?“ fragt Hjalmar Stemmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Und ergänzt: „75 Mio. € für ein Provisorium, was im April 2013 noch 50 Mio. € kosten sollte, ist viel Geld. Mit welchen Preissteigerungen ist noch zu rechnen, wenn schon innenhalb von 8 Monaten die Kosten um 50 % steigen? Nach kostenstabilem Bauen sieht das nicht aus.“

 

Senator Horch ist bereit, mehr als 75 Mio. Euro neue Schulden zu machen, obwohl mit Carnival Cruise Lines eine der weltweit führenden Kreuzfahrtreedereien bereits angeboten hatten, das Terminal auf eigene Rechnung zu bauen. Dass der Senat jetzt den Neubau des dritten Kreuzfahrtterminals ausgerechnet mit dem Bau der AIDAprima begründet, die der Carnival Cruise Lines gehört, ist vor diesem Hintergrund mehr als irritierend. Erst stößt der Senat der Reederei vor den Kopf, um jetzt die Steuerzahler die Zeche zahlen zu lassen. Gleichzeitig ist völlig unklar, ob das Finanzierungskonzept des Senats am Ende auch tatsächlich aufgehen kann. Sollte es zu einem Anstieg der Baukosten kommen oder die Zahl der Kreuzfahrttouristen unter den Erwartungen zurückbleiben, würde die Stadt auf den Kosten sitzen bleiben. Besorgniserregend ist vor diesem Hintergrund, dass in Planungen des Senats vom April 2013 noch von Baukosten von rund 50 Mio. ausgegangen worden war. Dass binnen weniger Monate die veranschlagten Kosten für den Bau des Terminals um mehr als 50 Prozent angestiegen sind, weckt böse Erinnerungen an andere städtische Bauprojekte. Warum Senator Horch darauf besteht, das Investitionsrisiko unbedingt der öffentlichen Hand aufzubürden, bleibt völlig unklar.

 

Hierzu Stemmann weiter: „Wir fordern umgehend eine Neufassung des Hafenentwicklungsplans. Ein attraktiver Standort für ein drittes Kreuzfahrtterminal ist der Moldauhafen am Überseezentrum. Hier könnte auch optimal eine in den Senatsplanungen vergessene Landstromversorgung mit einer Powerbarge analog zum vorhandenen Cruise Center HafenCity realisiert werden.“

 

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