„Berufsausbildung und Meisterbrief sind Garanten für Qualität und Arbeitsplätze – für Wachstum und Wohlstand!“

Anlässlich jüngster Reformvorhaben der Europäischen Union beantragten Hjalmar Stemmann MdHB und die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, dass sich der Senat im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Beibehaltung der Berufsausbildung und des Meisterbriefs einsetzen möge. In ihrem Entwurf für eine „Empfehlung des Rats zum nationalen Reformprogramm Deutschland 2013“ sehe die Europäische Kommission im deutschen Meisterbrief schließlich eine Beschränkung, die Wettbewerb und Wachstum behindere.

 

In seiner Rede im Landesparlament betonte Stemmann, dass gerade von Meistern geführte Handwerksbetriebe „Qualifikation, Zuverlässigkeit und Stabilität“ aufwiesen. „Meine Damen und Herren, als ich zum ersten Mal von den Plänen der Kommission las, musste ich schon mit dem Kopf schütteln: Es kann doch nicht angehen, dass ganz Europa, die Vereinigten Staaten und viele andere Nationen Deutschland für seine duale Berufsausbildung loben, gleichzeitig aber eine Aushöhlung ihrer Standards von Brüssel billigend in Kauf genommen wird“, kritisierte Stemmann die Pläne der Europäischen Kommission.

 

- -   D I E   R E D E   I M   W O R T L A U T   - -

 

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

meine Damen und Herren,

 

das Handwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Hamburg! Unsere 15.500 Handwerksbetriebe erzielen mit ihren 130.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 14 Milliarden Euro und bilden 29 Prozent aller Auszubildenden in unserer Hansestadt aus.

 

Doch durch jüngste Pläne der Europäischen Kommission gerät das Handwerk unter großen Druck. Die Handwerksbetriebe bangen um den Meisterbrief und den Bestand der Dualen Ausbildung.

 

In ihrem Entwurf für eine „Empfehlung des Rats zum nationalen Reformprogramm Deutschland 2013“ sieht die Kommission im deutschen Meisterbrief eine Beschränkung, die Wettbewerb und Wachstum behindere.

 

Dabei ist doch das genaue Gegenteil der Fall: Gerade die geringe Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist unmittelbar auf unsere erfolgreiche duale Berufsausbildung zurückzuführen!

 

Kurze Notiz am Rande: An anderer Stelle vertritt interessanterweise auch die EU-Kommission ebendiese Auffassung.

 

Und trotzdem: Die geplante – jedenfalls von der Kommission erhoffte – Herausnahme weiterer Handwerksberufe aus der Meisterpflicht gefährdet unsere gewachsenen Ausbildungs- und Qualitätsstandards.

 

Dabei weisen von Meistern geführte Handwerksbetriebe Qualifikation, Zuverlässigkeit und Stabilität auf.

Es wäre wahnwitzig, in Zeiten von Fachkräftemangel und schwindendem qualifizierten Nachwuchs durch eine Absenkung der Qualifikationsstandards dem Handwerk eine zusätzliche Last aufzubürden. Geradezu ein Bärendienst für unsere Betriebe – für unser Wirtschaftswachstum und für unseren Arbeitsmarkt.

 

Apropos: Bei von Meistern geführten Handwerksbetrieben sind prekäre Geschäftsmodelle nicht möglich. Ein-Mann-Betriebe und Subunternhemer, die als Scheinselbständige arbeiten, gibt es nicht. Die Vorstellungen der EU-Kommission wiederum würden die Entwicklung prekärer Geschäftsmodelle befördern und verstärken.

 

Meine Damen und Herren, als ich zum ersten Mal von den Plänen der Kommission las, musste ich schon mit dem Kopf schütteln: Es kann doch nicht angehen, dass ganz Europa, die Vereinigten Staaten und viele andere Nationen Deutschland für seine duale Berufsausbildung loben, gleichzeitig aber eine Aushöhlung ihrer Standards von Brüssel billigend in Kauf genommen wird.

 

DIE WELT schrieb vor wenigen Wochen: „Seit Jahren klopfen immer mehr Länder in Deutschland an, die sich schlau machen wollen, wie das duale Berufsbildungssystem funktioniert.“ Und weiter: „Das duale System wird bereits als ‚Exportschlager‘ gehandelt.“

 

Derzeit liegen beim Bundesinstitut für Berufsbildung - kurz: BIBB - offizielle Regierungsanfragen aus Ecuador, den Philippinen, Thailand und Mexiko. Mit sechs europäischen Staaten, mit China, der Türkei, Indien, Russland und Südafrika gibt es bereits bilaterale Arbeitsgruppen. Und vor einem Jahr schwärmte US-Präsident Barack Obama während seiner Rede zur Lage der Nation im amerikanischen Kongress von der deutschen Berufsausbildung.

 

Weltweit beneidet man uns um das Duale System. Berufsausbildung und Meisterbrief sind Garanten für Qualität und Arbeitsplätze – für Wachstum und Wohlstand.

 

Damit das auch so bleibt, fordere ich den Senat auf, sich im Bund und in Europa für unsere duale Ausbildung und gegen eine Herausnahme weiterer Handwerksberufe aus der Meisterpflicht einzusetzen.

 

Dafür bitte ich Sie um Ihre Unterstützung.

 

Stimmen Sie für den Antrag der CDU-Fraktion!

 

 

Herzlichen Dank!

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Kommentare: 1
  • #1

    Austin Mickley (Freitag, 03 Februar 2017 16:23)


    Thanks for one's marvelous posting! I quite enjoyed reading it, you're a great author. I will be sure to bookmark your blog and will eventually come back at some point. I want to encourage yourself to continue your great writing, have a nice afternoon!

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