Hamburg im Jahr 2034 – eine Vision?

Der 79 jährige Bürgermeister Olaf Scholz von der Hamburger Sozialen Vereinigung, kurz HSV (einem Bündnis aus den ehemaligen Parteien SPD, GRÜNE, LINKE und FDP), eröffnet in den Vier- und Marschlanden das neue Museum der Landwirtschaft und des Garten- und Landschaftsbaus. Mit Schließung des letzten Bauernhofs im vergangenen Jahr auf Hamburger Staatsgebiet kann er einen historischen Erfolg feiern. Hamburg ist befreit aus Bauernhand. Kein Städter wird mehr von Güllegeruch belästigt oder von Hahnengeschrei gequält. Ermöglicht hat diesen Erfolg die konsequente und umfassende Anwendung der Ausgleichsverordnung. Für jeden Quadratmeter Wohnungs-, Autobahn- und Behördenbau sowie die Anlage neuer Kleingärten konnten drei Quadratmeter landwirtschaftlich verseuchte Fläche der Natur zurückgegeben werden. Betroffene Landwirte, Obst- und Gemüsebauern wurden großzügig  1-Euro-Jobs beim Gartenbauamt angeboten, die leider nur von einer verschwindend kleinen Minderheit angenommen wurden – unddankbares Landvolk. In einem Dreißigjahreplan hatte der NABU schon 2014 aufgezeigt, wie Hamburg Bauernfrei gemacht werden könnte.

Das dieses bereits ein Jahr eher erreicht wurde, feierten die Naturschützer als großen Erfolg. Hatte es doch 2015 kurzfristig so ausgesehen, als ob die Bauernlobby zurückschlagen würde: Die ewig gestrige CDU (inzwischen verfassungsgemäße Staatsopposition) hatte ihren letzten demokratischen Erfolg erzielt und war mit 38,5 % als Sieger aus der damaligen Bürgerschaftswahl hervorgegangen. Daraufhin hatten sich die anderen in die Hamburgische Bürgerschaft gewählten Parteien zur Hamburger Sozialen Vereinigung HSV verbunden (s.o.), die CDU ins Abseits gestellt und per Verfassungsänderung der CDU ein dauerhaftes Wahlergebnis von 17,83 % zugewiesen. Wahlkreiskandidaten aus Bergedorf, Harburg sowie den Feldmarken im Westen wurden per Verordnung als nichtwählbar ausgeschlossen. Damit war das vorletzte Hinderniss ausgeräumt. Der zwangsweise Beitritt der wenigen verbliebenen Landwirte in die Norddeutsche Agrar und Bauern Union kurz NABU brach dann den letzten Widerstand. In der neunundvierzigstöckigen Zentrale der NABU im östlichen Oberhafenquartier, die auf dem Gelände der nutzlos gewordenen Großmarkthallen errichtet wurde, konnten konsequenterweise dann auch alle Naturschutzstiftungen untergebracht werden, die für die ehemalig landwirtschaftlich genutzten Flächen zuständig sind (allein für den naturschutzrechtlichen Ausgleich dieser Baumaßnahmen konnten 67 ha unnützes Gemüseland einkassiert werden). Die NABU Ökotouristik bietet im Übrigen seit 2031 vierzehntägige Touren mit der Pferdekutsche an: Freilandkulturen (unter Glas) im idyllischen Lichtenvoorde, Neederlande.

 

Dank des bereits 2024 eingestellten Obstbaus im Alten Land war zudem der Ausbau der A26 zu einer 10spurigen Autobahn nach Amster- und Rotterdam kein Problem mehr. Damit können Fleisch, Obst und Blumen schnellstmöglich ihren Weg aus den Niederladen nach Hamburg finden. Bürgermeister Scholz hatte letztes Jahr bei der Eröffnung nach neun Jahren Bauzeit stolz auf die gleichzeitige Schließung des Hamburger Hafens und Flughafens hingewiesen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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