Die Alster ist kein Schwimmbad

Seit einigen Wochen hat der parteilose Schulpolitiker Walter Scheuerl eine neue Idee, die er virtuos über die Presse, den Kurznachrichtendienst Twitter und inzwischen sogar eine eigene Facebookseite verbreitet: Ein Schwimmbad in der Alster. Scheuerl greift dabei nicht die alte Idee auf, in der Schwanenwikbucht Schuten zu verankern, in denen gebadet werden kann. Er denkt größer: Schlick raus (2 - 4 m starke Schicht), Sand und Kies rein. Und schwuppdiwupp ist die Alster sauber und kann als Badequartier genutzt werden. Das die Alster Schulungsrevier für Segler und Ruderer ist: Schwamm drüber, ein paar Bojen schaffen schon genug Trennung. Das an Wochenenden zugleich Regatten mit zum Teil mehr als 100 Booten auf der Alster stattfinden; Macht nix, die können doch etwas zusammenrücken. Austragungsort der Segelbundesliga: Elitäres Gehabe, interessiert eh keinen.

So versucht ein einseitig als Schulexperte wahrgenommener Neupolitiker sich ein zweites Standbein zu verschaffen. Und da sich Scheuerl in der Schulpolitik häufig dem Vorwurf der Eliteförderung ausgesetzt sieht, spielt er jetzt hier, da es gegen Ruderer und Segler geht, virtuos die Karte des vermeintlichen Elitebashing. Was sind schon wenige elitäre Segler gegen hunderte, gar tausende sonnen- und wasserhungrige Hamburger und Touristen.

 

Scheuerl verkennt dabei, dass die Alster das einzige zentrale Segel- und Ruderrevier ist, an dem zahlreiche Wassersportvereine ihren Stützpunkt haben. Darunter sind auch Vereine, die zum Teil schon mehrfach für herausragende Jugendarbeit ausgezeichnet wurden. Eine Verkleinerung des Reviers würde zu erheblichen Einschränkungen führen. Insbesondere der Regattasport verlöre an Attraktivität. Und damit würde auch das Stadtbild leiden, welches natürlich auch von den weißen Segeln auf der Alster geprägt ist.

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